Union Berlin: David Fofana vom FC Chelsea – Lob und Warnung von Trainer Fischer
Bewegte Tage für David Fofana vom 1. FC Union Berlin: erst die Suspendierung und das Einzeltraining – dann der kleine Jubeltanz im Stadio Diego Armando Maradona nach dem Ausgleichstreffer zum 1:1-Endstand in der Champions League bei SSC Neapel. Am Sonntag ist der 20-Jährige dann ein wichtiger Hoffnungsträger für das schwierige Auswärtsspiel bei Spitzenreiter Bayer Leverkusen (15.30 Uhr).
Der Ivorer brach mit seinem Treffer bei den Köpernickern den Bann nach zwölf Niederlagen in Folge – und korrigierte damit auch einen Fehler, der ihm im Hinspiel gegen den italienischen Meister passiert war.
Nach seiner Auswechslung im Berliner Olympiastadion hatte er Trainer Urs Fischer den Handschlag verweigert – eine respektlose Geste, die sofort in den Fokus geriet. Die Brisanz lag vor allem an der Berliner Negativserie. Man hätte aus Fofanas Entgleisung lesen können, dass die Mannschaft dem Chefcoach nicht mehr bedingungslos folgt.
Trainer Urs Fischer warnt Fofana
Nur zwei Wochen später machten die Berliner mit einem herzhaften Auftritt im neapolitanischen Hexenkessel deutlich, dass die Realität anders aussieht. Dass ausgerechnet Fofana dabei zu den auffälligsten Akteuren gehörte und nach einem Konter sein erstes Tor für die Berliner erzielte, ist symbolhaft für die Erleichterung, für die dieser Punktgewinn sorgte. Denn Fofana ist einer jener Hoffnungsträger, die vor der Saison verpflichtet worden sind, um das Unioner Offensivspiel flexibler zu gestalten.
Das gelang angesichts der Negativserie bisher nur selten. Und Fofana, der auf Leihbasis vom FC Chelsea geholt wurde, fiel nach gutem Start schnell in ein Formtief. Trainer Fischer verdeutlichte: „Er hat eine tolle Vorbereitung gespielt, dann ein bisschen Ladehemmung gehabt.“ Der Coach setzt darauf, dass der Treffer in Neapel dem Angreifer neuen Aufwind gibt: „Es ist ein entwicklungsfähiger Spieler“, so Fischer, der gleichzeitig warnt: „Er muss auf dem Boden bleiben und versuchen, sich korrekt wie möglich zu verhalten. Dann werden wir noch viel Freude an ihm haben.“
Fofana hat sich bei der Mannschaft entschuldigt
Dafür wollen auch die Führungsspieler im Team sorgen. Kapitän Christopher Trimmel verriet: „Wir haben viel mit David gesprochen. Er hat sich natürlich bei uns entschuldigt. Das gehört sich auch so.“ Der 36-Jährige ist zuversichtlich: „Man sieht, dass er der Mannschaft jetzt unbedingt helfen möchte. Mich freut das Tor riesig für ihn, weil er einen großen Aufwand betreibt. Ein Offensivspieler braucht Scorerpunkte fürs Selbstvertrauen.“
Das soll nun am Sonntag gegen Leverkusen helfen. Inzwischen kristallisiert sich beim 1. FC Union heraus, dass die Doppelspitze Fofana und Sheraldo Becker erste Wahl bleibt. Die beiden Offensiven verstehen sich auch privat sehr gut – via Instagram jubelte Becker mit „My Bro“ Fofana mit. Derweil ist Kevin Behrens vorerst außen vor. Der Neu-Nationalspieler, der zu Saisonbeginn regelmäßig in der Startelf stand, kam in Neapel gar nicht zum Einsatz. Zuletzt in der Bundesliga hatte der für die Champions League nicht gemeldete Benedict Hollerbach auch noch den Vorzug vor ihm bekommen.
Gegenspieler schwindlig gespielt
Bleibt abzuwarten, wie Urs Fischer nach dem Kraftakt von Neapel für das Spiel am Sonntag bei Bayer Leverkusen plant. David Fofana hat mit seiner Leistung Pluspunkte gesammelt, wenngleich Trainer Fischer noch Verbesserungspotenzial sieht und eine weitere Steigerung erwartet: „Er hat gezeigt, was er draufhat. In der ersten Hälfte war er ein bisschen zu verspielt, in der zweiten Halbzeit ein bisschen klarer.“ Bei seinen Aktionen spielte Fofana die Gegenspieler manchmal regelrecht schwindlig, verpasste dann aber den Zeitpunkt für eine schnelle Spielfortsetzung. Einige Mal übersah er auch den besser postierten Mitspieler.
Wichtig ist für Fischer aber zunächst einmal, dass die Suspendierung den gewünschten Effekt hat: „Er hat seine Strafe akzeptiert, das muss dann auch mal so sein. Er ist noch jung, da muss man auch noch einiges dazulernen.“
1. FC Union Berlin – die Fußball-Bundesliga
- 4. November 2023: Union Berlin – Eintracht Frankfurt 0:3 (0:2)
- 28. Oktober 2023: Werder Bremen – Union Berlin 2:0 (1:0)
- 21. Oktober 2023: Union Berlin – VfB Stuttgart 0:3 (0:1)
- 7. Oktober 2023: Borussia Dortmund – Union Berlin 4:2 (2:1
- 30. September 2023: 1. FC Heidenheim – Union Berlin 1:0 (0:0)
- 23. September 2023: Union Berlin – 1899 Hoffenheim 0:2 (0:2)
- 16. September 2023: VfL Wolfsburg – Union Berlin 2:1 (2:1)
- 3. September 2023: Union Berlin – RB Leipzig 0:3 (0:0)
- 26. August 2023: SV Darmstadt – Union Berlin 1:4 (1:3)
- 20. August 2023: Union Berlin – FSV Mainz 4:1 (2:0)
1. FC Union Berlin – der DFB-Pokal
- 2. Runde: 31. Oktober: VfB Stuttgart – Union Berlin 1:0 (1:0)
- 1. Runde, 13. August 2023: FC-Astoria Walldorf – Union Berlin 0:4 (0:3)
1. FC Union Berlin – die Champions League
- Mittwoch, 20. September 2023: Real Madrid – 1. FC Union Berlin 1:0 (0:0)
- Dienstag, 3. Oktober 2023: 1. FC Union Berlin – SC Braga 2:3 (2:1)
- Dienstag, 24. Oktober 2023: 1. FC Union Berlin – SSC Neapel 0:1 (0:0)
- Mittwoch, 08.11.2023: SSC Neapel – 1. FC Union Berlin 1:1 (1:0)
- Mittwoch, 29. November 2023, 21:00 Uhr: SC Braga – 1. FC Union Berlin;
- Dienstag, 12. Dezember 2023, 21:00 Uhr: 1. FC Union Berlin – Real Madrid
Neuzugänge beim 1. FC Union Berlin
- Robin Gosens (29, Inter Mailand)
- Kevin Volland (31, AS Monaco)
- Lucas Tousart (26, Hertha BSC)
- Mikkel Kaufmann (22, FC Kopenhagen)
- Benedict Hollerbach (22, SV Wehen Wiesbaden)
- Alexander Schwolow (31, Hertha BSC)
- Brenden Aaronson (22, Leeds United, Leihe)
- David Fofana (20, FC Chelsea, Leihe)
- Alex Kral (25, Spartak Moskau, Leihe)
Abgänge beim 1. FC Union Berlin
Sven Michel (32, FC Augsburg)
Paul Seguin (28, FC Schalke 04)
Jamie Leweling (22, VfB Stuttgart, Leihe)
Rick van Drongelen (24, Samsunspor, Türkei)
Levin Öztunali (27, Hamburger SV)
Kevin Möhwald (29, KAS Eupen, Belgien)
Tim Maciejewski (22, SV Sandhausen)
Morten Thorsby (27, Genua CFC, Italien, Leihe)
Tymoteusz Puchacz (24, 1. FC Kaiserslautern, Leihe)
Lennart Grill (24, VfL Osnabrück, Leihe)
Niko Gießelmann (31, Greuther Fürth)
Timo Baumgartl (27, FC Schalke 04)
Milos Pantovic (27, KAS Eupen, Belgien)
Dominique Heintz (30, 1. FC Köln)
Tim Skarke (26, SV Darmstadt, Leihe)
Jordan Siebatcheu (27, Borussia Mönchengladbach, Leihe)
Malick Sanogo (19, 1. FC Nürnberg)





