Union Berlin: System, Kapitän, Kader, Talente – diese Fragen muss Trainer Bjelica klären
Um 10.30 Uhr bittet der neue Trainer Nenad Bjelica am Montag (27. November) die Mannschaft des 1. FC Union Berlin zur ersten Einheit. Der Kroate übernimmt die Nachfolge von Urs Fischer – am Sonntag stellte er sich bei einer Pressekonferenz in Berlin vor.
Der 52-Jährige hat in einer englischen Woche mit zwei weiten Auswärtsreisen nicht viel Zeit für die Eingewöhnung. Am Mittwoch tritt der 1. FC Union bei Sporting Braga (21 Uhr) in der Champions League an. Am Samstag spielen die Berliner bei Rekordmeister Bayern München (15.30 Uhr).
Nur zweimal wird in Berlin trainiert, bereits am Dienstagabend soll die Mannschaft dann im Estadio Municipal de Braga ein bisschen Atmosphäre tanken, ehe es am Mittwoch gegen den direkten Konkurrenten um Rang drei in der Gruppenphase und die damit verbundene Qualifikation für die K.o.-Runden-Playoffs in der Europa League geht.
Bjelica machte am Sonntag bereits deutlich, dass er konkrete Vorstellungen von seiner Aufgabe bei Union Berlin habe. Er verdeutlichte: „Ich bin sehr überzeugt von meiner Arbeit und bin sehr selbstbewusst.“ Für den Kampf um den Klassenerhalt in der Fußball-Bundesliga muss er nun einige wichtige Fragen beantworten.
Union-Trainer Bjelica und die Systemfrage
Unter Urs Fischer hat Union Berlin die Abwehrdreierkette quasi manifestiert. Sie war gerade in der Zusammensetzung mit Diogo Leite, Robin Knoche und Danilho Doekhi ein Erfolgsgarant in der zurückliegenden Saison.
Auf seinen zurückliegenden Stationen bei Trabzonspor in der Türkei, Lech Posen in Polen oder NK Osijek und Dinamo Zagreb in Kroatien hatte Bjelica meist mit einer Viererkette spielen lassen. Eine Systemumstellung erscheint von daher nur eine Frage der Zeit zu sein, wenngleich Bjelica am Sonntag bekundete: „Ich muss mich an den Verein anpassen. Ich bin sehr glücklich, welche Spieler die Mannschaft im Kader hat.“
Union-Trainer Bjelica und die Kapitänsfrage
Nutzt der neue Coach eine mögliche Neuvergabe der Kapitänsbinde, um die Hierarchien beim 1. FC Union zu verändern? Christopher Trimmel, der seit 2014 Jahren das Union-Trikot trägt, ist jetzt im sechsten Jahr der Spielführer der Eisernen. Er ist längst eine Vereinslegende und mit 316 Pflichtspielen auf Rang drei der ewigen Union-Rangliste.
Allerdings: Der 36-Jährige war zuletzt auch unter Urs Fischer keine Stammkraft mehr. Sein Kapitäns-Stellvertreter Sheraldo Becker und Rani Khedira trugen öfter die Binde. Bei Trimmel läuft zum Saisonende zudem der Vertrag aus – laut „Bild“ verlängert er sich allerdings bei einer gewissen Anzahl von Einsätzen um ein weiteres Jahr. Bjelica erwartet ein hohes Tempo von allen: „Jeder Einzelne muss ans Limit gehen.“

Christopher Trimmel ist im sechsten Jahr Kapitän beim 1. FC Union Berlin. Der 36-Jährige war allerdings zuletzt unter Trainer Urs Fischer nicht immer erste Wahl.
Tom Weller/dpaUnion-Trainer Bjelica und die Kaderfrage
Der Kroate wird den Kader mit 24 Feldspielern und vier Torhütern gewiss neu sortieren. Präsident Dirk Zingler hatte bereits beim Abschied von Urs Fischer bekundet: „Da gibt es Spieler, die wittern eine neue Chance.“ Gut möglich, dass einige Stammkräfte sich neu beweisen müssen. Zuletzt gegen Augsburg hatte Interimstrainer Marco Grote beispielsweise Alex Kral nicht für den Kader nominiert, obwohl er auf der Sechserposition aufgrund der Sperre von Rani Khedira wenig Alternativen hatte.
In der Offensive hat Bjelica vielfältige Möglichkeiten. Seine Aufgabe wird es sein, den Sommer-Transfers wie David Fofana, Kevin Volland, Mikkel Kaufmann oder Benedict Hollerbach zum Durchbruch beim 1. FC Union zu verhelfen. Er kündigte klare Worte an: „Ich bin offen für jedes Gespräch mit den Spielern. Aber Entscheidungen die, wer spielt und wer überhaupt nicht in den Kader kommt, muss ich treffen. Dafür haben die Spieler ihre Verträge und hier ist ein Trainer, der entscheidet.“
Union-Trainer Bjelica und die Talente-Frage
Unter Urs Fischer war es dem 1. FC Union Berlin zuletzt kaum gelungen, Talente aus dem eigenen Bundesliga-Nachwuchs in der Profi-Mannschaft zu etablieren. Nenad Bjelica verwies am Sonntag auf Nachfrage darauf, dass er speziell in seiner Zeit in Kroatien und Polen fast schon zwangsläufig auf junge Spieler setzen musste. Die Talente zu entwickeln und dann zu verkaufen, sei für solche Clubs überlebenswichtig, so der neue Union-Trainer.
Unter seinen Fittichen als Jungprofis hatte er beispielsweise Dani Olmo (RB Leipzig) oder Josko Gvardiol (Manchester City). In Berlin könnte beispielsweise Eigengewächs Aljoscha Kemlein (19) nun mehr Einsatzzeit bekommen. Zuletzt gegen Augsburg stand mit Abwehrspieler Oluwaseun Ogbemudia (17) ein weiteres interessantes Talent im Union-Kader.
Nenad Bjelica als „Misterbjelica“ bei Instagram
Pressekonferenz zur Vorstellung von Nenad Bjelica
1. FC Union Berlin – die Fußball-Bundesliga
- 25. November 2023: Union Berlin – FC Augsburg 1:1 (0:1)
- 12. November 2023: Bayer Leverkusen – Union Berlin 4:0 (1:0)
- 4. November 2023: Union Berlin – Eintracht Frankfurt 0:3 (0:2)
- 28. Oktober 2023: Werder Bremen – Union Berlin 2:0 (1:0)
- 21. Oktober 2023: Union Berlin – VfB Stuttgart 0:3 (0:1)
- 7. Oktober 2023: Borussia Dortmund – Union Berlin 4:2 (2:1
- 30. September 2023: 1. FC Heidenheim – Union Berlin 1:0 (0:0)
- 23. September 2023: Union Berlin – 1899 Hoffenheim 0:2 (0:2)
- 16. September 2023: VfL Wolfsburg – Union Berlin 2:1 (2:1)
- 3. September 2023: Union Berlin – RB Leipzig 0:3 (0:0)
- 26. August 2023: SV Darmstadt – Union Berlin 1:4 (1:3)
- 20. August 2023: Union Berlin – FSV Mainz 4:1 (2:0)
1. FC Union Berlin – der DFB-Pokal
- 2. Runde: 31. Oktober: VfB Stuttgart – Union Berlin 1:0 (1:0)
- 1. Runde, 13. August 2023: FC-Astoria Walldorf – Union Berlin 0:4 (0:3)
1. FC Union Berlin – die Champions League
- Mittwoch, 20. September 2023: Real Madrid – 1. FC Union Berlin 1:0 (0:0)
- Dienstag, 3. Oktober 2023: 1. FC Union Berlin – SC Braga 2:3 (2:1)
- Dienstag, 24. Oktober 2023: 1. FC Union Berlin – SSC Neapel 0:1 (0:0)
- Mittwoch, 08.11.2023: SSC Neapel – 1. FC Union Berlin 1:1 (1:0)
- Mittwoch, 29. November 2023, 21:00 Uhr: SC Braga – 1. FC Union Berlin;
- Dienstag, 12. Dezember 2023, 21:00 Uhr: 1. FC Union Berlin – Real Madrid
Neuzugänge beim 1. FC Union Berlin
- Robin Gosens (29, Inter Mailand)
- Kevin Volland (31, AS Monaco)
- Lucas Tousart (26, Hertha BSC)
- Mikkel Kaufmann (22, FC Kopenhagen)
- Benedict Hollerbach (22, SV Wehen Wiesbaden)
- Alexander Schwolow (31, Hertha BSC)
- Brenden Aaronson (22, Leeds United, Leihe)
- David Fofana (20, FC Chelsea, Leihe)
- Alex Kral (25, Spartak Moskau, Leihe)
Abgänge beim 1. FC Union Berlin
- Sven Michel (32, FC Augsburg)
- Paul Seguin (28, FC Schalke 04)
- Jamie Leweling (22, VfB Stuttgart, Leihe)
- Rick van Drongelen (24, Samsunspor, Türkei)
- Levin Öztunali (27, Hamburger SV)
- Kevin Möhwald (29, KAS Eupen, Belgien)
- Tim Maciejewski (22, SV Sandhausen)
- Morten Thorsby (27, Genua CFC, Italien, Leihe)
- Tymoteusz Puchacz (24, 1. FC Kaiserslautern, Leihe)
- Lennart Grill (24, VfL Osnabrück, Leihe)
- Niko Gießelmann (31, Greuther Fürth)
- Timo Baumgartl (27, FC Schalke 04)
- Milos Pantovic (27, KAS Eupen, Belgien)
- Dominique Heintz (30, 1. FC Köln)
- Tim Skarke (26, SV Darmstadt, Leihe)
- Jordan Siebatcheu (27, Borussia Mönchengladbach, Leihe)
- Malick Sanogo (19, 1. FC Nürnberg)




