Union Berlin in Neapel: Diese fünf Punkte machen Hoffnung auf die Wende

Im Hinspiel gegen SSC Neapel konnten Robin Gosens und Janik Haberer nur kurz jubeln, der vermeintliche Führungstreffer für Union Berlin wurde wegen Abseits aberkannt. Am Mittwoch treten die Union zum Auswärtsspiel in Neapel in der Champions League an.
Andreas Gora/dpaTrotz der großen Krise ist dies der nächste Festtag für die bewegte Vereinsgeschichte des 1. FC Union Berlin: 2500 Fans der Köpenicker haben sich auf den Weg gemacht, um ihre Mannschaft am Mittwochabend in der Champions League beim italienischen Meister SSC Neapel zu unterstützen.
Die Union–Profis haben am Dienstagvormittag das Abschlusstraining am Stadion an der Alten Försterei absolviert — am Nachmittag geht es gen Süditalien. Am Mittwoch ist um 18.45 Uhr ist Anstoß im berühmten Stadio Diego Armando Maradona am Fuße des Schicksalsbergs von Neapel, dem Vesuv.
Die eiserne Vorfreude auf dieses vor wenigen Jahren noch unvorstellbare Spiel auf der größten Bühne des europäischen Fußballs wird allerdings von den Sorgen um die sportliche Situation getrübt. Nach einer Serie von zwölf Niederlagen in Folge drohen dem 1. FC Union am Mittwoch das frühe Aus in der Champions League und danach in der Bundesliga der knochenharte Abstiegskampf. Im DFB–Pokal musste die Mannschaft von Trainer Urs Fischer schon die Segel streichen.
Versinkt der 1. FC Union am Mittwochabend nun noch tiefer im Tal der Tränen? Oder können die Eisernen ausgerechnet am Schicksalsberg der Vereinsgeschichte eine neue, positive Wendung geben? Zumindest fünf Funken könnten den Unionern neue Hoffnung machen.
Union Berlin ist krasser Außenseiter
Ja, es gibt immerhin einen klitzekleinen positiven Aspekt an den zwölf Niederlagen in Serie. Union Berlin darf in den nächsten Spielen das sein, was Union Berlin in der Vergangenheit am besten konnte — nämlich Außenseiter.
Sowohl beim italienischen Meister SSC Neapel als auch am Sonntag bei Bundesliga–Tabellenführer Bayer Leverkusen gehen die Eisernen als Underdog ins Spiel. Alles andere als die Niederlagen Nummer 13 und 14 wären eine mittelschwere Sensation. Die Erwartungshaltung ist also gering.
Union Berlin trumpfte im Hinspiel auf
Im Hinspiel gegen den SSC Neapel kam der FCU mit der Rolle als Außenseiter gut klar. Trotz der 0:1–Niederlage war es ein Spiel auf Augenhöhe. Eine Einzelaktion entschied vor zwei Wochen die Partie im Olympiastadion zugunsten der Gäste aus Italien.
Als Gastgeber steht Neapel jetzt deutlich mehr unter Druck als Außenseiter Union Berlin. Zumal die Italiener mit einem Sieg schon den vorentscheidenden Schritt in Richtung Achtelfinale machen könnten — bei einer Niederlage plötzlich in der Königsklasse unter Druck gerieten.
Union Berlin setzt auf hochmotivierten Bonucci
Er wird gern als das Gesicht der Krise in Köpenick herangezogen. In der Tat hat Leonardo Bonucci seit der Verpflichtung Ende August noch keinen einzigen Sieg mit seinem neuen Team erlebt. Aber all diese Horror–Zahlen rücken am Mittwochabend in Neapel in den Hintergrund.
Der Europameister von 2021 wird hochmotiviert in dieses Spiel in seiner Heimat gehen. Nicht zuletzt, um es auch seinen Kritikern zu zeigen. Dass Union Berlin auf einen hoch motivierten Bonucci setzt, beweist auch diese Tatsache: Bei der obligatorischen Pressekonferenz einen Tag vor dem Spiel wird der Innenverteidiger am Dienstagabend im Grand Hotel Vesuvio gemeinsam mit Trainer Urs Fischer auf dem Podium sitzen.
Union Berlin hat wieder einen Stürmer in guter Form
David Fofana gehörte bei seinem Comeback im Spiel gegen Eintracht Frankfurt (0:3) zu den wichtigen Lichtblicken. In der ersten Partie nach seiner Suspendierung durfte Fofana gleich wieder in der Startelf ran. Die Leihgabe vom FC Chelsea präsentierte sich dabei in guter Form. Die beiden besten Möglichkeiten gingen auf das Konto von Fofana.
Zudem muss der Youngster auch seinen Ruf in Europa dringend aufpolieren. Denn der verweigerte Handschlag mit Trainer Urs Fischer bei der Auswechslung im Hinspiel gegen Neapel schadete seinem Image.
Union Berlin steht hinter Trainer Urs Fischer
Es bleibt dabei — ein Trainerwechsel ist zumindest zum jetzigen Zeitpunkt keine Option für die Verantwortlichen in Köpenick. Präsident Dirk Zingler und Manager Oliver Ruhnert stärkten dem Trainer vor und nach dem Frankfurt–Spiel den Rücken.
Bei den Fans genießt der Schweizer ohnehin sehr großen Kredit. Union Berlin will gemeinsam mit Fischer aus der Krise kommen. Und auch Fischer selbst denkt nicht ans Aufgeben. „Ich bin bereit zu kämpfen“, betonte er.
1. FC Union Berlin — die Fußball–Bundesliga
- 4. November 2023: Union Berlin — Eintracht Frankfurt 0:3 (0:2)
- 28. Oktober 2023: Werder Bremen — Union Berlin 2:0 (1:0)
- 21. Oktober 2023: Union Berlin — VfB Stuttgart 0:3 (0:1)
- 7. Oktober 2023: Borussia Dortmund — Union Berlin 4:2 (2:1
- 30. September 2023: 1. FC Heidenheim — Union Berlin 1:0 (0:0)
- 23. September 2023: Union Berlin — 1899 Hoffenheim 0:2 (0:2)
- 16. September 2023: VfL Wolfsburg — Union Berlin 2:1 (2:1)
- 3. September 2023: Union Berlin — RB Leipzig 0:3 (0:0)
- 26. August 2023: SV Darmstadt — Union Berlin 1:4 (1:3)
- 20. August 2023: Union Berlin — FSV Mainz 4:1 (2:0)
1. FC Union Berlin — der DFB–Pokal
- 2. Runde: 31. Oktober: VfB Stuttgart — Union Berlin 1:0 (1:0)
- 1. Runde, 13. August 2023: FC–Astoria Walldorf — Union Berlin 0:4 (0:3)
1. FC Union Berlin — die Champions League
- Mittwoch, 20. September 2023: Real Madrid — 1. FC Union Berlin 1:0 (0:0)
- Dienstag, 3. Oktober 2023: 1. FC Union Berlin — SC Braga 2:3 (2:1)
- Dienstag, 24. Oktober 2023: 1. FC Union Berlin — SSC Neapel 0:1 (0:0)
- Mittwoch, 08.11.2023, 18:45 Uhr: SSC Neapel — 1. FC Union Berlin
- Mittwoch, 29. November 2023, 21:00 Uhr: SC Braga — 1. FC Union Berlin;
- Dienstag, 12. Dezember 2023, 21:00 Uhr: 1. FC Union Berlin — Real Madrid
Neuzugänge beim 1. FC Union Berlin
- Robin Gosens (29, Inter Mailand)
- Kevin Volland (31, AS Monaco)
- Lucas Tousart (26, Hertha BSC)
- Mikkel Kaufmann (22, FC Kopenhagen)
- Benedict Hollerbach (22, SV Wehen Wiesbaden)
- Alexander Schwolow (31, Hertha BSC)
- Brenden Aaronson (22, Leeds United, Leihe)
- David Fofana (20, FC Chelsea, Leihe)
- Alex Kral (25, Spartak Moskau, Leihe)
Abgänge beim 1. FC Union Berlin
Sven Michel (32, FC Augsburg)
Paul Seguin (28, FC Schalke 04)
Jamie Leweling (22, VfB Stuttgart, Leihe)
Rick van Drongelen (24, Samsunspor, Türkei)
Levin Öztunali (27, Hamburger SV)
Kevin Möhwald (29, KAS Eupen, Belgien)
Tim Maciejewski (22, SV Sandhausen)
Morten Thorsby (27, Genua CFC, Italien, Leihe)
Tymoteusz Puchacz (24, 1. FC Kaiserslautern, Leihe)
Lennart Grill (24, VfL Osnabrück, Leihe)
Niko Gießelmann (31, Greuther Fürth)
Timo Baumgartl (27, FC Schalke 04)
Milos Pantovic (27, KAS Eupen, Belgien)
Dominique Heintz (30, 1. FC Köln)
Tim Skarke (26, SV Darmstadt, Leihe)
Jordan Siebatcheu (27, Borussia Mönchengladbach, Leihe)
Malick Sanogo (19, 1. FC Nürnberg)


