Union Berlin
: Hoffnung auf Wunder gegen Real Madrid – kleiner Vorteil für Unioner

Union Berlin gegen Real Madrid in der Champions League – die Eisernen brauchen ein Wunder im Olympiastadion, um im Europapokal zu bleiben. Dabei haben Trainer Bjelica und die Eisernen einen Vorteil.
Von
Jan Lehmann,
Frank Noack
Berlin
Jetzt in der App anhören
  • Beim 1. FC Union Berlin ist die Zuversicht zurück. Vor dem Spiel in der Champions League gegen Real Madrid hat die Mannschaft neues Selbstvertrauen. Das Ende der Sieglos-Serie gegen Borussia Mönchengladbach gibt den Eisernen neuen Schwung.

    Beim 1. FC Union Berlin ist die Zuversicht zurück. Vor dem Spiel in der Champions League gegen Real Madrid hat die Mannschaft neues Selbstvertrauen. Das Ende der Sieglos-Serie gegen Borussia Mönchengladbach gibt den Eisernen neuen Schwung.

    Andreas Gora/dpa
  • Trainer Nenad Bjelica ist überzeugt davon, dass der 1. FC Union Berlin am Dienstag gegen Real Madrid „eine tolle Leistung“ bringen wird.

    Trainer Nenad Bjelica ist überzeugt davon, dass der 1. FC Union Berlin am Dienstag gegen Real Madrid „eine tolle Leistung“ bringen wird.

    Matthias Koch
1 / 2

Allein, dass dieses Spiel stattfindet, ist schon ein echtes Fußball-Wunder: Der 1. FC Union Berlin empfängt Real Madrid in der Champions League. Noch vor wenigen Jahren wäre so ein Duell undenkbar gewesen, am Dienstagabend (21 Uhr/DAZN live) wird es im ausverkauften Olympiastadion zur Realität.

Die Eisernen treffen dort tatsächlich auf die Königlichen mit deren Weltstars wie Luka Modric, Toni Kroos oder Jude Bellingham. Die Delegation der Spanier ist am Montag (11. Dezember) in Berlin eingetroffen und residiert direkt am Potsdamer Platz im Ritz-Carlton-Hotel.

Weil aber ein Wunder manchmal nicht reicht, brauchen die Unioner am Dienstag noch ein zweites, um im Europapokal überwintern zu können. Die Konstellation ist gleichermaßen simpel und kompliziert: Die Eisernen müssen gegen Real Madrid gewinnen und darauf hoffen, dass zeitgleich Sporting Braga bei SSC Neapel verliert. Nur so könnten sie als Gruppendritter noch die Europa League erreichen.

Trainer Bjelica erwartet „tolle Leistung“

Ein Sieg gegen Real Madrid – es gibt wohl kaum größere Herausforderungen im Weltfußball. Und dennoch glimmt in Berlin-Köpenick seit dem 3:1-Heimsieg vom Samstag in der Bundesliga gegen Borussia Mönchengladbach ein Hoffnungsfunke. Den hat der neue Trainer Nenad Bjelica entfacht. Die elendig lange Sieglos-Serie ist beendet, der Kroate impft seiner Mannschaft noch mehr Selbstbewusstsein ein.

Vor dem Spiel gegen Real betont er: „Die Mannschaft hatte dreieinhalb Monate keinen Sieg mehr – da können sie sich vorstellen, wie wir in dieses Spiel gehen werden. Über 70.000 Zuschauer im Stadion, du spielst gegen Real Madrid – was gibt es Schöneres?“ Bei der Pressekonferenz am Montag im Olympiastadion verdeutlichte er: „Ich bin überzeugt, dass wir eine tolle Leistung bringen werden.“

Bei Kapitän Rani Khedira findet er offene Ohren: „Wenn es kein Anreiz ist, am Dienstagabend gegen Real Madrid zu spielen, gegen die Königlichen in der Königsklasse – dann hast du deinen Job verfehlt. Wir wissen, dass es unfassbar schwer wird. Aber man hat in jedem Spiel eine kleine Chance.“ Daran glaubt auch Torhüter Frederik Rönnow. Er erklärte am Montag, wie sehr das Vertrauen durch den Gladbach-Sieg gestiegen sei: „Wir hatten wieder diese Energie von Union Berlin.“

Real Madrid hat Verletzungssorgen

Kleiner Vorteil für Union: Real hat den Gruppensieg schon sicher und muss angesichts einer langen Verletztenliste die Kräfte bündeln. Mit Daniel Carvajal, Vinicius Junior, Eduardo Camavinga, Arda Güler, Aurélien Tchouaméni, Thibaut Courtois und Éder Militao fallen sieben etatmäßige Startelf-Spieler längerfristig aus. Denkbar, dass Real-Coach Carlo Ancelotti wichtigen Spielern wie Jude Bellingham, Luka Modric, Toni Kroos oder Antonio Rüdiger eine Verschnaufpause gibt.

Beim 1. FC Union könnte David Fofana wieder in den Kader zurückkehren, nachdem der Trainer zuletzt mit deutlichen Worten auf ihn verzichtet hatte. Womöglich steht auch Sheraldo Becker im Aufgebot. Der Angreifer hat nach seiner Verletzung bereits mit der Mannschaft trainiert. Der Trainer erklärte: „Ob es für einen Einsatz reicht, werden wir morgen sehen.“ Benedict Hollerbach und Mikkel Kaufmann, zwei der drei Torschützen vom Samstag, sind wie Andras Schäfer nicht für die Königsklasse gemeldet. Zudem sind Leonardo Bonucci und Lucas Toussart gesperrt.

Bjelica mit Tor gegen Real Madrid

Dass Real Madrid als Favorit ins Spiel geht, ist für Bjelica keine Frage. Er betonte: „Wir müssen Madrid nicht zu sehr loben, jeder weiß, was Real im Weltfußball bedeutet.“ Der Kroate, der bei der Pressekonferenz mit fließendem Spanisch die Fragen der spanischen Medienvertreter beantwortete, hat selbst schon ein Erfolgserlebnis gegen Real verbucht. Vor 27 Jahren traf er gegen die Königlichen, als Spieler von Albacete. Er erinnerte sich: „Gegen Real, das ist das Größte für einen Spieler.“

Nun erlebt er ein Duell mit den Königlichen als Coach. Nach dem Gladbach-Sieg hatte Bjelica gescherzt: „Wir hatten nur drei Trainingseinheiten – jetzt bin ich ein Wundertrainer.“ Sollte Union am Dienstag der Sieg gegen Real Madrid und die Qualifikation für die Europa League gelingen, dann könnte er das auch ohne Augenzwinkern von sich behaupten.

1. FC Union Berlin – die Fußball-Bundesliga

1. FC Union Berlin – der DFB-Pokal

1. FC Union Berlin – die Champions League

Neuzugänge beim 1. FC Union Berlin

Abgänge beim 1. FC Union Berlin

  • Sven Michel (32, FC Augsburg)
  • Paul Seguin (28, FC Schalke 04)
  • Jamie Leweling (22, VfB Stuttgart, Leihe)
  • Rick van Drongelen (24, Samsunspor, Türkei)
  • Levin Öztunali (27, Hamburger SV)
  • Kevin Möhwald (29, KAS Eupen, Belgien)
  • Tim Maciejewski (22, SV Sandhausen)
  • Morten Thorsby (27, Genua CFC, Italien, Leihe)
  • Tymoteusz Puchacz (24, 1. FC Kaiserslautern, Leihe)
  • Lennart Grill (24, VfL Osnabrück, Leihe)
  • Niko Gießelmann (31, Greuther Fürth)
  • Timo Baumgartl (27, FC Schalke 04)
  • Milos Pantovic (27, KAS Eupen, Belgien)
  • Dominique Heintz (30, 1. FC Köln)
  • Tim Skarke (26, SV Darmstadt, Leihe)
  • Jordan Siebatcheu (27, Borussia Mönchengladbach, Leihe)
  • Malick Sanogo (19, 1. FC Nürnberg)