Union Berlin
: Tiefe Einblicke von Bonucci – Weltstar über Ehefrau, Kinder und Urs Fischer

Leonardo Bonucci gibt in Neapel Einblicke in seine Seele. Er sagt: „Ich habe das Gefühl, dass ich noch am Leben bin.“ Er schwärmt von Union, Berlin, Trainer und Fans. Es gibt nur einen Wermutstropfen.
Von
Jan Lehmann
Neapel
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  • Leonardo Bonucci wurde am Dienstag in Neapel vor allem von italienischen Medienvertretern über seine Zeit beim 1. FC Union Berlin gefragt. Dabei gab der 36-Jährige tiefe Einblicke in sein Seelenleben und sprach über den Verein, die Fans und seine Familie.

    Leonardo Bonucci wurde am Dienstag in Neapel vor allem von italienischen Medienvertretern über seine Zeit beim 1. FC Union Berlin gefragt. Dabei gab der 36-Jährige tiefe Einblicke in sein Seelenleben und sprach über den Verein, die Fans und seine Familie.

    Matthias Koch
  • Seit seiner Ankunft im September in Berlin hat Leonardo Bonucci mit dem 1. FC Union nur Niederlagen erlebt. Er sagt dennoch über seinen Wechsel in die Bundesliga: „Ich bin sehr, sehr glücklich mit meiner Entscheidung.“

    Seit seiner Ankunft im September in Berlin hat Leonardo Bonucci mit dem 1. FC Union nur Niederlagen erlebt. Er sagt dennoch über seinen Wechsel in die Bundesliga: „Ich bin sehr, sehr glücklich mit meiner Entscheidung.“

    Sebastian Gollnow
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Auf die Unterstützung seiner Familie muss Leonardo Bonucci bei der Champions-League-Reise des 1. FC Union Berlin nach Neapel verzichten – stattdessen schwärmte der 36-Jährige vor der italienischen Presse von seinem neuen Verein. Ein besonderes Lob gab es für die Fans der Eisernen, die den Verein trotz der historischen Niederlagenserie von zwölf Pleiten in Folge weiter unterstützen.

Vor dem Spiel der Unioner am Mittwochabend im Stadio Diego Armando Maradona schwärmte der langjährige Kapitän von Juventus Turin von den Anhängern in Köpenick. Dabei klärte er die zahlreichen italienischen Medienvertreter bei der obligatorischen Pressekonferenz vor dem Spiel darüber auf, dass bei Union Berlin die sportliche Krise anders als in seinem Heimatland behandelt werde.

Lob für Urs Fischer und die Fans

Er lobte: „Der wesentliche Unterschied und die Stärke des Vereins sind es, trotz dieser Phase, wo es leicht wäre, dem Trainer die Schuld zu geben, einen Trainer zu stärken, der etwas wirklich Einzigartiges aufgebaut hat.“ Bonucci fügte an: „Wenn man durch diese Momente geht, ist die Schuld nicht nur bei einem. Wir haben uns als Team einander damit konfrontiert und ich glaube, dass dieser Weg sehr bald umgekehrt werden kann.“

Dafür, wie die Union-Anhänger mit der Krise umgehen, hatte Bonucci nur wertschätzende Worte und verdeutlichte den italienischen Journalisten mit Verweis auf das Hinspiel gegen Neapel: „Wie Sie im ersten Spiel gesehen haben, sind unsere Fans trotz der Niederlage, trotz der negativen Phase, wirklich zu loben für die Zuneigung, die Nähe, die Wärme, die sie uns vermitteln. Und für den Respekt, den sie für den Verein haben, für den Trainer und für uns Spieler.“

Bonucci beschreibt: „Sie wissen, dass es für sie wichtig ist, dass wir alles auf den Platz bringen, was wir haben, und sie sehen Spiel für Spiel, dass wir trotz der wenig ermutigenden Ergebnisse versuchen, alles zu tun, was in uns steckt.“

Niederlagenserie mit Union Berlin

Seit seiner Ankunft in Berlin im September hat der Europameister allerdings nur Niederlagen mit Union erlebt. Dennoch fühle er sich nicht, als sei er in einem falschen Film, so Bonucci: „Definitiv nicht.“ Nachdem sein Wechsel nach Berlin gerade in Italien von vielen Experten und Fans als falsche Entscheidung abgetan worden war, betonte Bonucci: „Ich bin sehr, sehr glücklich mit meiner Entscheidung, denn mit dem Trainer, der Gruppe, den Fans und der Stadt mache ich eine wunderbare Erfahrung, sowohl sportlich als auch menschlich.“

Weil der Abwehrspieler bei Juventus Turin aussortiert worden war, musste er einen Neuanfang starten. Dabei gibt er einen Einblick in sein Seelenleben nach dem Wechsel: „Ich bin froh, denn ich habe das Gefühl, dass ich immer noch am Leben bin. Dass ich in der Lage bin, das Tempo in den Trainingsspielen so hoch zu halten, wie ich es im Moment tue, ist eine wirklich wichtige Reaktion für mich, denn in den letzten beiden Jahren bei Juventus Turin habe ich das nicht mehr geschafft.“

Familie beim Spiel in Neapel nicht mit dabei

Er lobt dabei die Trainingsmethoden bei Union Berlin: „Ich habe gedacht, dass ich in meinem Alter mit bestimmten Rhythmen nicht zurechtkomme, aber wenn man gut im Kopf ist und es einem gut geht, weil man auf die richtige Art und Weise trainiert und die Intensität im Training hoch ist, dann kann man auch im Spiel 90 Minuten mit einer guten Intensität leben.“

Dabei gibt es für ihn dennoch einen kleinen Wermutstropfen, Bonucci gab zu: „Es ist klar, dass ich alleine in Berlin lebe, ich vermisse meine Frau, ich vermisse meine Kinder. Aber dann komme ich auf den Platz und habe immer eine große Motivation und einen großen Wunsch, dort zu sein, zu helfen, der Mannschaft zu helfen.“

Auch in Neapel musste der Familienvater auf seine Liebsten verzichten – das hat aber ganz pragmatische Gründe. Er erklärte, dass nur zwei Freunde von ihm ins Stadion kommen, die Familie aber nicht: „Meine Familie hätte zwei Schultage ausfallen lassen müssen, um die Kinder hierher zu bringen. Das war also nicht die beste Lösung.“ Zudem hätte er einfach keine Zeit gehabt, die Familie in Neapel zu sehen, der Fokus liege auf dem Schicksal von Union Berlin: „Je weniger Ablenkungen, desto besser.“

1. FC Union Berlin – die Fußball-Bundesliga

1. FC Union Berlin – der DFB-Pokal

1. FC Union Berlin – die Champions League

Neuzugänge beim 1. FC Union Berlin

Abgänge beim 1. FC Union Berlin

Sven Michel (32, FC Augsburg)

Paul Seguin (28, FC Schalke 04)

Jamie Leweling (22, VfB Stuttgart, Leihe)

Rick van Drongelen (24, Samsunspor, Türkei)

Levin Öztunali (27, Hamburger SV)

Kevin Möhwald (29, KAS Eupen, Belgien)

Tim Maciejewski (22, SV Sandhausen)

Morten Thorsby (27, Genua CFC, Italien, Leihe)

Tymoteusz Puchacz (24, 1. FC Kaiserslautern, Leihe)

Lennart Grill (24, VfL Osnabrück, Leihe)

Niko Gießelmann (31, Greuther Fürth)

Timo Baumgartl (27, FC Schalke 04)

Milos Pantovic (27, KAS Eupen, Belgien)

Dominique Heintz (30, 1. FC Köln)

Tim Skarke (26, SV Darmstadt, Leihe)

Jordan Siebatcheu (27, Borussia Mönchengladbach, Leihe)

Malick Sanogo (19, 1. FC Nürnberg)