Union Berlin Transfer
: Trainer Bjelica über Angebote aus der Bundesliga und Neuzugänge

In der Winterpause spricht Trainer Nenad Bjelica von Union Berlin in seiner Heimat Kroatien offen über Angebote aus der Bundesliga, mögliche Neuzugänge aus Kroatien und den Job des Nationaltrainers.
Von
Jan Lehmann
Berlin
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  • Zum Jahreswechsel hat Trainer Nenad Bjelica vom 1. FC Union Berlin in seiner kroatischen Heimat in einem Interview offenbart, dass er mit anderen Vereinen aus der Bundesliga über den Posten des Cheftrainers verhandelt habe.

    Zum Jahreswechsel hat Trainer Nenad Bjelica vom 1. FC Union Berlin in seiner kroatischen Heimat in einem Interview offenbart, dass er mit anderen Vereinen aus der Bundesliga über den Posten des Cheftrainers verhandelt habe.

    Soeren Stache/dpa
  • Am Dienstab beginnt beim 1. FC Union Berlin die Vorbereitung auf die Spiele in der Fußball-Bundesliga und den Kampf um den Klassenerhalt.

    Am Dienstab beginnt beim 1. FC Union Berlin die Vorbereitung auf die Spiele in der Fußball-Bundesliga und den Kampf um den Klassenerhalt.

    Matthias Koch/dpa
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Der 1. FC Union Berlin startet am Dienstag (2. Januar 2024) in die Vorbereitung auf die Mission Klassenerhalt in der Fußball–Bundesliga. Für Trainer Nenad Bjelica ist es die erste lange Trainingsphase mit seiner neuen Mannschaft.

Zum Jahreswechsel hat der Kroate in der seiner Heimat der Zeitung „Sportske Novosti“ ein langes Interview gegeben. Für das Sportfachball ist Bjelicas Amtsübernahme in der deutschen Bundesliga „eine der Nachrichten des Jahres“.

Bjelica über „Volksclub“ Union Berlin

Der 52–Jährige gibt dabei offen Einblick in seine Gedanken und lobt den 1. FC Union als besonderen Verein, den er als „Arbeiterclub“ und „Volksclub“ beschreibt. Er betont: „Die Tatsache, dass die Fans das Stadion mit ihren eigenen Händen gebaut haben, spricht Bände dafür, um was für einen Verein es sich handelt.“

Er verweist auf die Serie von 16 sieglosen Spielen in Folge und verdeutlicht: „Ich war bei vielen anderen Vereinen. Nach dieser Serie würde in jedem anderen Land ein Belagerungszustand herrschen, und hier lieben die Fans ihren Verein, egal was passiert.“

Bjelica über Angebote aus der Bundesliga

Bjelica verrät in dem Interview mit dem Journalisten Tomislav Juranovic, dass er vor den Gesprächen mit dem 1. FC Union bereits mit zwei anderen Bundesligisten verhandelt habe. Er berichtet: „Im Kalenderjahr 2023 war ich in der Nähe von zwei Bundesligavereinen. Im letzten Moment entschieden sich die Vereine für einen anderen.“ Er fügt an: „Es lagen Angebote auf dem Tisch, aber man entschied sich für einen inländischen Kandidaten und nicht für ein gewisses Risiko.“

Dass die Köpenicker nun bei ihm angefragt haben, sei für Bjelica nicht überraschend gekommen. Selbstbewusst erklärt er: „ich verdiene eine Chance, nach all diesen 16 Jahren Arbeit. Aus der zweiten und dritten österreichischen Liga, der Champions League, Italien, Polen, Kroatien, der Türkei.“ Offen bekundet der Kroate: „Ich habe viele Angebote aus Südafrika und den Emiraten, China, MLS abgelehnt, weil ich hierherkommen wollte.“

Bjelica über mögliche Neuzugänge aus Kroatien

Mit Blick auf die aktuelle Transferperiode wird Bjelica gefragt, was dort zu erwarten sei. Der Kroate betont, dass der 1. FC Union eine gute Struktur und einen Sportdirektor habe, der einen guten Job mache. Wie viel er selbst mitentscheiden dürfe, liege beim Verein. Bjelica sagt: „Auch in der Vergangenheit hatte ich mal mehr und mal weniger Einfluss.“

Dass Union Berlin einen weiteren kroatischen Spieler verpflichten könnte, will der Union–Coach nicht ausschließen. Er erklärt: „Kroaten? Es ist immer möglich, unsere Spieler haben Qualität, jetzt habe ich einen hervorragenden Juranović, der auch unseren anderen Spielern die Tür geöffnet hat.“

Allerdings betont er, dass er eine gute Mannschaft vorgefunden habe, der vor allem das Selbstvertrauen fehle. Zudem sei die Umstellung vom 3—5-2–System auf sein 4—3-3 noch im Gange. Er berichtet in seinem Heimatland von ersten Erfolgen gegen Gladbach und Köln: „Wir traten mutig an, wir gaben einigen eine Chance, die nicht viel Spielzeit hatten, wie Volland, Hollerbach, Kaufmann und sogar unserem eigenen Juranović. Und sie haben gezeigt, dass man sich auf sie verlassen kann, was in dieser Übergangszeit ein wichtiger Wert ist.“

Bjelica über den Job des Nationaltrainers

Zuletzt wird Bjelica auch nach möglichen Ambitionen auf den Posten des kroatischen Nationaltrainers befragt. Seit einigen Jahren wird er dort immer wieder mal als möglicher Kandidat gehandelt. Der Union–Coach antwortet, dass er so lange wie möglich im Vereinsfußball bleiben wolle.

Er gibt aber auch zu: „Aber zu sagen, dass ich von irgendeiner Nationalmannschaft eingeladen wurde, ganz zu schweigen von der kroatischen, und dass mir das gleichgültig bleiben würde, wäre eine große Lüge. Es ist eine große Herausforderung, es ist eine große Ehre, Trainer zu sein, insbesondere von Kroatien, und natürlich würde ich eines Tages, wenn es passiert, ernsthaft darüber nachdenken.“

Zunächst aber stärkt er dem aktuellen Amtsinhaber in Kroatien den Rücken: „Wir alle müssen wissen, dass Zlatko Dalić der bisher größte kroatische Trainer ist, und zu diesem Zeitpunkt sollten wir ihm Selbstvertrauen und Ruhe geben und versuchen, bei der EM alles zu geben, was er kann.“

1. FC Union Berlin — die Fußball–Bundesliga

1. FC Union Berlin — der DFB–Pokal

1. FC Union Berlin — die Champions League

Neuzugänge beim 1. FC Union Berlin

Abgänge beim 1. FC Union Berlin

Sven Michel (32, FC Augsburg)

Paul Seguin (28, FC Schalke 04)

Jamie Leweling (22, VfB Stuttgart, Leihe)

Rick van Drongelen (24, Samsunspor, Türkei)

Levin Öztunali (27, Hamburger SV)

Kevin Möhwald (29, KAS Eupen, Belgien)

Tim Maciejewski (22, SV Sandhausen)

Morten Thorsby (27, Genua CFC, Italien, Leihe)

Tymoteusz Puchacz (24, 1. FC Kaiserslautern, Leihe)

Lennart Grill (24, VfL Osnabrück, Leihe)

Niko Gießelmann (31, Greuther Fürth)

Timo Baumgartl (27, FC Schalke 04)

Milos Pantovic (27, KAS Eupen, Belgien)

Dominique Heintz (30, 1. FC Köln)

Tim Skarke (26, SV Darmstadt, Leihe)

Jordan Siebatcheu (27, Borussia Mönchengladbach, Leihe)

Malick Sanogo (19, 1. FC Nürnberg)