Union Berlin
: Doppeltes Schicksalsspiel gegen Köln – Trainer Baumgart kämpft um Job

Wenn der 1. FC Union Berlin am Mittwoch den 1. FC Köln empfängt, wird es für beide Seiten ein Schicksalsspiel kurz vor Weihnachten. Der Ex-Unioner Steffen Baumgart verliert in Köln an Rückendeckung.
Von
Jan Lehmann
Berlin
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Im März 2023 machte Steffen Baumgart beim Spiel des 1. FC Köln in der Alten Försterei bei Union Berlin nach dem Abpfiff noch Selfies mit den Fans der Eisernen. Er ist in Berlin-Köpenick noch sehr beliebt. Am Mittwoch allerdings brauchen beide Seiten dringend die drei Punkte zum Abschluss des Fußball-Jahres in der Bundesliga.

Matthias Koch

Ausgerechnet gegen den Ex-Unioner Steffen Baumgart, der bei den Fans des 1. FC Union Berlin weiterhin großes Ansehen genießt, müssen die Eisernen am Mittwoch darum kämpfen, einen positiven Jahresabschluss zu bekommen. Ein Erfolg gegen den 1. FC Köln (18.30 Uhr) ist im Kampf um den Klassenerhalt extrem wichtig. Kapitän Rani Khedira hatte mit Blick auf die bisher magere Punkteausbeute verdeutlicht: „Wir müssen dringend versuchen, auf 13 Punkte hochzugehen.“

Union steht wie Köln bisher erst mit 10 Zählern da, die deutliche 0:3-Niederlage der Berliner beim VfL Bochum war dabei ein Rückfall in die schlechten Zeiten. Für beide Seiten ist es am Mittwoch ein Schicksalsspiel vor der Weihnachtspause. Wer verliert, rangiert über die Feiertage mindestens auf dem Relegationsrang, möglicherweise sogar auf einem Abstiegsplatz.

Steffen Baumgart eng mit Union Berlin verbunden

Union-Profi Robin Knoche betonte: „Die Situation kennen wir alle. Wer sich dessen jetzt noch nicht bewusst ist, der sollt schleunigst damit anfangen.“ Er fügte an: „Wir haben am Mittwoch ein Heimspiel und wollen da natürlich auch nochmal die Fans mitnehmen.“

Die Atmosphäre im Stadion an der Alten Försterei kennt Köln-Trainer Steffen Baumgart nur zu gut. Von 2002 bis 2004 war er als Profi für die Eisernen im Einsatz. Dort entwickelte er sich zum Publikumsliebling, seine Verbindungen nach Berlin-Köpenick blieben über die Jahre immer eng. Er spendete auch für den Bau des Stadions, auf einem Gründerstein im Stadiontunnel steht dort eingraviert: „Steffen Baumgart – Wir sehen uns“. Der 51-Jährige ist weiterhin Vereinsmitglied und hat ein Haus im Berliner Südosten. Nicht wenige Fans hatten sich nach dem Abschied von Urs Fischer gewünscht, dass Baumgart sein Nachfolger wird.

Kölns Sportchef weicht den Fragen aus

Nun aber muss Steffen Baumgart ausgerechnet gegen Union Berlin um seinen Job beim 1. FC Köln kämpfen. Medienberichten aus Köln zufolge wich Sportchef Christian Keller nach der 0:2-Niederlage gegen den SC Freiburg den Fragen um die Zukunft von Baumgart bei den Rheinländern erstmals aus. Auf die Frage, ob intern über den Trainer diskutiert werde, blieb Keller vage.

Auf die Frage, ob es angesichts der anstehenden Pause im Hintergrund eine interne Trainerdiskussion gebe, antwortete der Kölner Geschäftsführer ausweichend: „Bitte verstehen Sie, dass ich zu den Mechanismen des Systems nicht antworten möchte.“ In Köln wird das von „Bild“ und „Express“ als ein Schwinden der Rückendeckung für den beliebten Trainer gewertet. Baumgart ist seit Juli 2021 beim 1. FC Köln im Amt. Er hat bei bisher 97 Pflichtspielen an der Seitenlinie gestanden und den FC in die Gruppenphase der Europa Conference League in der Saison 2022/23 geführt.

Ob er auch noch sein 100. Pflichtspiel als Köln-Trainer erlebt, hängt vermutlich maßgeblich von dem Ergebnis am Mittwoch ab. Sportchef Keller erklärte: „Wir haben noch ein Spiel. Und da ist es elementar, dass wir zu Punkten kommen. Das meine ich auf die Tabelle bezogen.“ Er fügte an: „Wir spielen jetzt gegen einen direkten Konkurrenten, und es geht darum, wer mit einem Mini-Polster in die Pause geht. Ich möchte, dass wir das sind.“ Steffen Baumgart gab sich selbstbewusst und erklärte gegenüber „Bild“: „Ich habe noch Lösungen, glaube weiter an die Jungs und an unseren Weg.“

Tabelle der Fußball-Bundesliga

1. FC Union Berlin – die Fußball-Bundesliga

1. FC Union Berlin – der DFB-Pokal

1. FC Union Berlin – die Champions League

Neuzugänge beim 1. FC Union Berlin

Abgänge beim 1. FC Union Berlin

Sven Michel (32, FC Augsburg)

Paul Seguin (28, FC Schalke 04)

Jamie Leweling (22, VfB Stuttgart, Leihe)

Rick van Drongelen (24, Samsunspor, Türkei)

Levin Öztunali (27, Hamburger SV)

Kevin Möhwald (29, KAS Eupen, Belgien)

Tim Maciejewski (22, SV Sandhausen)

Morten Thorsby (27, Genua CFC, Italien, Leihe)

Tymoteusz Puchacz (24, 1. FC Kaiserslautern, Leihe)

Lennart Grill (24, VfL Osnabrück, Leihe)

Niko Gießelmann (31, Greuther Fürth)

Timo Baumgartl (27, FC Schalke 04)

Milos Pantovic (27, KAS Eupen, Belgien)

Dominique Heintz (30, 1. FC Köln)

Tim Skarke (26, SV Darmstadt, Leihe)

Jordan Siebatcheu (27, Borussia Mönchengladbach, Leihe)

Malick Sanogo (19, 1. FC Nürnberg)