Union Berlin verliert beim FC Bayern
: Rot nach Tätlichkeit gegen Sané – Trainer Bjelica droht lange Sperre

Die rote Karte für Trainer Nenad Bjelica bei der Niederlage gegen den FC Bayern München trifft den 1. FC Union Berlin hart. Für die Tätlichkeit droht dem Coach eine lange Sperre.
Von
Jan Lehmann
München
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Griff ins Gesicht von Bayern-Profi Leroy Sané. Dafür sah Trainer Nenad Bjelica vom 1. FC Union Berlin am Mittwoch Rot. Dem Kroaten droht jetzt eine lange Sperre.

Matthias Koch

Diese Niederlage wirft den 1. FC Union Berlin in der Fußball-Bundesliga zurück – weil Trainer Nenad Bjelica nach dem 0:1 (0:0) beim FC Bayern München eine lange Sperre droht.

Der Coach der Eisernen wurde am Mittwochabend von Schiedsrichter Frank Willenborg mit Rot des Platzes verwiesen. Bjelica hatte in der 74. Spielminute dem Bayern-Profi Leroy Sané nach einem Wortgefecht zweimal ins Gesicht gefasst. Zumindest die zweite Bewegung war dabei eine Art Ohrfeige. Das einzige Tor des Abends durch Raphael Guerreiro (46.) wurde damit zur Randgeschichte.

Der wütende Bjelica wurde von Ordnern auf die Tribüne gebracht, verfolgte den Rest der Partie im Pressebereich. Er hatte sich offenbar über ein elfmeterreifes Foul an Union-Angreifer Kevin Behrens aufgeregt, nach Kontrolle der Videobilder wurde kein Strafstoß gegeben.

So beschreibt Bjelica die Szene

Kurz darauf kam es zum Handgemenge, als Bjelica einen Ball hinter der Auslinie nicht zum Bayern-Profi zurückwarf. Bei „Sky“ erklärte Union-Profi Kevin Vogt: „Ich will nichts schönreden, aber es ist auch gut provoziert“. Sané sah für die Szene Gelb.

Später erklärte Bjelica laut „Kicker“: „Ich reagiere nicht so, wie ich als Trainer reagieren sollte. Das ist nicht in Ordnung und nicht zu tolerieren, was ich gemacht habe.“ Er wolle sich bei seiner Mannschaft entschuldigen, so der Kroate. Die entscheidende Szene beschrieb er so: „Ich bin in meiner Zone, will den Ball holen und ihn Sané geben. Er hat mich in meinem Raum geschubst, dann habe ich natürlich reagiert. Der kommt in meinen Raum, um mich zu provozieren.“

DFB-Sportgericht entscheidet über Sperre

Bitter für den 1. FC Union: Bjelica ist damit auf jeden Fall am Sonntag im Heimspiel gegen den SV Darmstadt gesperrt und darf seine Mannschaft nicht an der Seitenlinie betreuen. Wenn das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes allerdings Bjelicas Verhalten als Tätlichkeit auslegt, dann könnte das Strafmaß noch deutlich größer sein.

Beim DFB heißt es auf der Webseite (allerdings in Bezug auf Tätlichkeiten von Spielern): „Eine Tätlichkeit ist gegeben, wenn der Spieler gewollt mit körperlicher Gewalt gegen einen Gegner vorgeht. Treten, Schlagen, Stoßen, Beißen und Spucken sind typische Vergehen. Strafandrohung: von mindestens sechs Wochen bis zu sechs Monaten.“

Der Verband fügt zudem an: „Bei Tätlichkeiten bestehen Milderungsmöglichkeiten. Wenn gegen den Spieler unmittelbar vor seinem Vergehen eine sportwidrige Handlung durch den Gegenspieler begangen wurde, wird die Mindeststrafe in der Regel auf drei Spiele herabgesetzt. Das gilt genauso, wenn ein leichterer Fall der Tätlichkeit vorliegt.“

Neben Bjelica muss Union gegen Darmstadt vermutlich auch auf Kevin Volland verzichten. Der Berliner Angreifer wurde bereits in der ersten Halbzeit nach einem Zusammenprall mit Bayern-Verteidiger Dayot Upamecano verletzt ausgewechselt.

Tabelle der Fußball-Bundesliga

1. FC Union Berlin – die Fußball-Bundesliga

1. FC Union Berlin – der DFB-Pokal

1. FC Union Berlin – die Champions League

Neuzugänge beim 1. FC Union Berlin

Abgänge beim 1. FC Union Berlin

  • Leonardo Bonucci (36, Fenerbahce Istanbul)
  • Sheraldo Becker (28, Real Sociedad)
  • David Fofana (21, FC Chelsea)
  • Aljoscha Kemlein (19, FC St. Pauli, Leihe)
  • Sven Michel (32, FC Augsburg)
  • Paul Seguin (28, FC Schalke 04)
  • Jamie Leweling (22, VfB Stuttgart, Leihe)
  • Rick van Drongelen (24, Samsunspor, Türkei)
  • Levin Öztunali (27, Hamburger SV)
  • Kevin Möhwald (29, KAS Eupen, Belgien)
  • Tim Maciejewski (22, SV Sandhausen)
  • Morten Thorsby (27, Genua CFC, Italien, Leihe)
  • Tymoteusz Puchacz (24, 1. FC Kaiserslautern, Leihe)
  • Lennart Grill (24, VfL Osnabrück, Leihe)
  • Niko Gießelmann (31, Greuther Fürth)
  • Timo Baumgartl (27, FC Schalke 04)
  • Milos Pantovic (27, KAS Eupen, Belgien)
  • Dominique Heintz (30, 1. FC Köln)
  • Tim Skarke (26, SV Darmstadt, Leihe)
  • Jordan Siebatcheu (27, Borussia Mönchengladbach, Leihe)
  • Malick Sanogo (19, 1. FC Nürnberg)