Union Berlin
: Trainer Bjelica räumt möglichen Fehler ein – neue Chance für Fofana?

Vor dem Kellerduell in der Bundesliga gegen den 1. FC Köln ist Trainer Bjelica von Union Berlin zuversichtlich. Er räumt einen möglichen Fehler ein und spricht über die Rotation im Team.
Von
Jan Lehmann
Berlin
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  • Trainer Nenad Bjelica gibt vor dem Spiel des 1. FC Union Berlin gegen den 1. FC Köln Einblick in seine Überlegungen. Beim Spiel am Mittwoch (20. Dezember) im Stadion an der Alten Försterei geht es für beide Mannschaften darum, die Weihnachtszeit nicht in der Abstiegszone zu verbringen.

    Trainer Nenad Bjelica gibt vor dem Spiel des 1. FC Union Berlin gegen den 1. FC Köln Einblick in seine Überlegungen. Beim Spiel am Mittwoch (20. Dezember) im Stadion an der Alten Försterei geht es für beide Mannschaften darum, die Weihnachtszeit nicht in der Abstiegszone zu verbringen.

    Matthias Koch
  • Union Berlin und der 1. FC Köln - hier Sheraldo Becker und Jeff Chabot im Zweikampf - haben jeweils erst zehn Punkte auf dem Konto.

    Union Berlin und der 1. FC Köln - hier Sheraldo Becker und Jeff Chabot im Zweikampf - haben jeweils erst zehn Punkte auf dem Konto.

    Andreas Gora/dpa
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Abstiegskampf im Advent, der 1. FC Union Berlin empfängt am Mittwoch (20. Dezember, 18.30 Uhr) den 1. FC Köln zum letzten Spiel des Jahres. Für beide Teams geht es darum, ein halbwegs besinnliches Fest feiern zu können. Der Verlierer verbringt den Jahreswechsel in der Abstiegszone.

In Köln ist der Druck ebenfalls sehr groß. Trainer Steffen Baumgart steht bei den Rheinländern unter Zugzwang, der Rückhalt im Verein schwindet etwas. Union-Trainer Nenad Bjelica verdeutlichte am Dienstag: „Es ist eine große Motivation, nach einem Herbst, der nicht der beste war, mit einem Sieg in den Urlaub zu gehen. Das wäre schön, für jeden, der den Verein liebt.“ Nur vier Siege konnte der 1. FC Union aus den 22 Pflichtspielen seit Saisonbeginn verbuchen, eine gruselige Bilanz.

Taktik-Training vor dem Spiel gegen 1. FC Köln

Der trostlose Auftritt der Eisernen bei der 0:3-Niederlage am zurückliegenden Samstag beim VfL Bochum machte zudem wenig Hoffnung auf einen versöhnlichen Jahresabschluss. Trainer Bjelica zeigte sich allerdings zuversichtlich. Er berichtete von einer guten Trainingseinheit, bei der auch entgegen der Gepflogenheiten auf dem Hauptplatz im Stadion an der Alten Försterei geübt worden sei. Der Coach habe dort mit seinem Team etwas Taktisches ausprobiert, hieß es.

Gegen Köln ist durchaus denkbar, dass der Kroate die Mannschaft auf einigen Positionen verändert. Warum er angesichts der Belastungen in den englischen Wochen nicht schon in Bochum im Team rotiert habe, erklärte der 52-Jährige mit augenzwinkerndem Fatalismus: „Wenn man gegen Gladbach gewinnt, gegen Real ein gutes Spiel macht und du dann in Bochum rotierst und verlierst – dann bringen sie mich um.“

Allerdings räumte er einen möglichen taktischen Fehler ein: „Ich habe vielleicht den Fehler gemacht, dass ich in Bochum etwas zu offensiv gespielt habe. Mit einem defensiveren Spieler im Mittelfeld hätten wir im Spiel vielleicht mehr Stabilität gezeigt.“ Bjelica verdeutlichte: „Wenn das ein Fehler war, dann gebe ich das zu. Das war meine Entscheidung. Ich wollte einfach in Bochum gewinnen mit schnellen Leuten auf der Seite.“

Neue Chance für David Fofana?

In Bochum hatten Lucas Tousart und David Fofana im Kader gefehlt, zu beiden Spielern nahm Bjelica explizit Stellung. Bei Tousart habe nie die Einstellung gefehlt, so Bjelica. Er habe sich angesichts des großen Kaders schlichtweg für andere Spieler entschieden. Anders hingegen dürfte es bei David Fofana gewesen sein. Der Leihspieler vom FC Chelsea war laut „Kicker“ kurz nach Bjelicas Amtsantritt zu spät zum Training gekommen und deshalb beim neuen Coach in Ungnade gefallen. Bisher hat der Angreifer unter Bjelica Coach noch keine Minute in der Bundesliga gespielt.

Das könnte sich dem Vernehmen nach am Mittwoch ändern. Bjelica attestierte Fofana: „David hat sich im Training gesteigert, war besser in den letzten Tagen. Er hat sehr gut trainiert und ist sicher wieder eine Option für den Kader.“

Testspiel am 30. Dezember geplant

Verzichten müssen die Berliner weiterhin auf die verletzten Spieler Danilho Doekhi und Robin Gosens. Für beide ist das Fußballjahr schon beendet. Sie können frühestens im neuen Jahr wieder mitmischen. Wann ihre Kollegen derweil mit dem Training beginnen, ist noch offen. Fest steht, dass die Spieler direkt nach dem Spiel am Mittwochabend in den Weihnachtsurlaub gehen dürfen.

Ursprünglich war geplant, dass am 28. und 29. Dezember trainiert werde – für den 30. Dezember war sogar ein Testspiel geplant. Trainer Bjelica berichtete nun, dass es sehr schwer sei, für dieses Datum einen Testspielgegner zu finden. Er erklärte: „Wir werden intern diskutieren, ob das überhaupt Sinn macht oder wir erst am 2. Januar wieder mit dem Training beginnen.“

Im Januar öffnet sich dann auch wieder das Transferfenster – Bjelica hatte bereits bestätigt, dass zwei bis drei Neuzugänge denkbar wären. Dazu gibt es immer mehr Spekulationen auf dem Transfermarkt. Nach Mittelfeldspieler Enis Bardhi (Trabzonspor) und Angreifer Fabio Silva (Wolverhampton Wanderers) wird nun auch Flügelspieler Angelino, der von RB Leipzig an Galatasaray Istanbul ausgeliehen ist, als möglicher Neuzugang in Berlin-Köpenick gehandelt.

Pressekonferenz mit Nenad Bjelica im Video

Tabelle der Fußball-Bundesliga

1. FC Union Berlin – die Fußball-Bundesliga

1. FC Union Berlin – der DFB-Pokal

1. FC Union Berlin – die Champions League

Neuzugänge beim 1. FC Union Berlin

Abgänge beim 1. FC Union Berlin

  • Sven Michel (32, FC Augsburg)
  • Paul Seguin (28, FC Schalke 04)
  • Jamie Leweling (22, VfB Stuttgart, Leihe)
  • Rick van Drongelen (24, Samsunspor, Türkei)
  • Levin Öztunali (27, Hamburger SV)
  • Kevin Möhwald (29, KAS Eupen, Belgien)
  • Tim Maciejewski (22, SV Sandhausen)
  • Morten Thorsby (27, Genua CFC, Italien, Leihe)
  • Tymoteusz Puchacz (24, 1. FC Kaiserslautern, Leihe)
  • Lennart Grill (24, VfL Osnabrück, Leihe)
  • Niko Gießelmann (31, Greuther Fürth)
  • Timo Baumgartl (27, FC Schalke 04)
  • Milos Pantovic (27, KAS Eupen, Belgien)
  • Dominique Heintz (30, 1. FC Köln)
  • Tim Skarke (26, SV Darmstadt, Leihe)
  • Jordan Siebatcheu (27, Borussia Mönchengladbach, Leihe)
  • Malick Sanogo (19, 1. FC Nürnberg)